Schaufenster: Open Access an der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen (GMS MBI 2019/1-2)

Diana MADER, Ute GRIMMEL-HOLZWARTH und Hennecke NOELL: Schaufenster: Open Access an der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen

Zusammenfassung: Mit der Verabschiedung der Open-Access-Policy im Februar 2013 verpflichtet sich die Eberhard Karls Universität Tübingen, die an den Instituten erhobenen wissenschaftlichen Ergebnisse möglichst frei zugänglich zu machen und damit den Nutzen für Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft zu maximieren. Um diese Verpflichtung zu unterstützen, bietet die Universitätsbibliothek Tübingen Hilfestellung rund um das Publizieren an. Aber wird diese Unterstützung von Tübinger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern insbesondere aus dem Fachbereich Medizin angenommen? Wie sieht das Publikationsverhalten der Fachgemeinschaft aus, und durch welche Faktoren wird es beeinflusst? Dieser Beitrag beschreibt das Gold-Open-Access-Publikationsverhalten der Tübinger Medizinerinnen und Mediziner anhand aus Web of Science gewonnenen Daten und bietet einen Einblick in die Veröffentlichungskultur in Tübingen in den letzten fünf Jahren.

Schlüsselwörter: Open Access, Open-Access-Policy, Publikationsverhalten, Publikationsfonds, Medizinische Fakultät Tübingen, Journal Impact Factor, Directory of Open Access Journals, Eberhard Karls Universität Tübingen, Erfahrungsbericht

Forscher inmitten von Open Access und DEAL-Verhandlungen. Teil 1: Open-Access-Aktivitäten (GMS MBI 2019/1-2)

Oliver OBST: Forscher inmitten von Open Access und DEAL-Verhandlungen. Teil 1: Open-Access-Aktivitäten

Zusammenfassung:
Ziel: In dieser Studie sollte zum einen untersucht werden, inwieweit die Wissenschaftler der medizinischen Fakultät der Universität Münster Open Access publizieren, und ob sie über die Open-Access-Aktivitäten der Universitäts- und Landesbibliothek (ULB) Bescheid wissen (Teil 1). Zum andern sollte ihr Wissen und ihre Meinung über die DEAL-Verhandlungen die Wege der Ersatzbeschaffung von nicht zugänglichen Zeitschriften-Artikeln abgefragt werden (Teil 2).
Methode: Online-Umfrage mittels Surveymonkey unter allen Wissenschaftler der medizinischen Fakultät via eines Email-Verteilers des Dekanats. Der Fragebogen bestand aus 14 Fragen, für Teil 1 wurden die ersten 7 Fragen ausgewertet.
Ergebnisse: 384 Fragebögen konnten ausgewertet werden. 63% hatten bereits mindestens einmal Open Access publiziert. 61% wussten über den Publikationsfonds der ULB vor der Umfrage Bescheid, 38% wurden durch Kollegen auf ihn aufmerksam gemacht und 35% durch Aktivitäten der Bibliothek (Mehrfachnennungen). 21% aller Antwortenden hatten bereits einmal einen Antrag beim Fonds gestellt; von denen, die von ihm wussten, waren dies mit 35% deutlich mehr. Hauptsächliche Finanzierungsquelle für Open-Access-Publikationen waren jedoch eigene Fördermittel (57%) oder solche der Institution (44%). Hauptausschlaggebend für die Publikation in einer Open-Access-Zeitschrift war deren Impact Faktor (84%), gefolgt von ihrem guten Ruf (62%).
Fazit: Etwa zwei Drittel der Wissenschaftler der medizinischen Fakultät der Universität Münster wussten gut Bescheid über die Bewertung von Open-Access-Zeitschriften, nutzten die Möglichkeit dort zu publizieren, kannten Fördermöglichkeiten und hatten offensichtlich keine Probleme, die Article Processing Charges (APC) zu bezahlen. Dabei stellte sich ein deutlicher Unterschied zwischen Senior und Junior Scientists heraus: Ältere, etablierte Wissenschaftler waren nicht so sehr auf Impact-starke, karrierefördernde Journals angewiesen; sie konnten es sich leisten, in kleineren, unbekannten Zeitschriften zu publizieren; sie hatten mehr Open-Access-Erfahrungen als die Nachwuchsforscher und wussten besser Bescheid über die Fördertöpfe in der Bibliothek.
Schlüsselwörter: Open Access, Publikationsfonds, Universität Münster, medizinische Fakultät

Open Access an der Universität(smedizin) Mainz (GMS MBI 2019/1-2)

Karin ECKERT und Stefanus SCHWEIZER: Open Access an der Universität(smedizin) Mainz

Zusammenfassung: Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz hat sich sehr früh im Bereich Open Access engagiert. Ein Schwerpunkt bildet der von Universität und Universitätsmedizin paritätisch verwaltete Publikationsfonds. Der Fonds wurde seit 2012 kontinuierlich ausgebaut, ebenso wir die weiteren Aktivitäten rund im Open Access (Repositorium, Lizenzen, Verträge mit Verlagen). Mit der Transformation von subskriptionsbasierten auf publikationsbasierte Kostenmodelle wird das Thema Open Access in der Bedeutung weiter steigen. Die Bereichsbibliothek Universitätsmedizin, die sich bisher im Wesentlichen auf allgemeine Information über Open Access (Bewerbung der vorhandenen Möglichkeiten, Vorstellungen in Veranstaltungen) beschränkt hat, wird Ihre Aktivitäten künftig ausbauen (Ausbau des Informations-, Kurs- und Beratungsangebots, Unterstützung bei der Umsetzung der DEAL-Verträge).

Schlüsselwörter: Johannes Gutenberg Universität, Medizinbibliothek, Open Access, Projekt DEAL, Erfahrungsbericht

Vom Informationsversorger zum Forschungsdienstleister – Änderung der Wahrnehmung bibliothekarischer Arbeit durch Open Access an der Bibliothek Medizin/Naturwissenschaften der Universität Leipzig (GMS MBI 2019/1-2)

Astrid VIELER und Claudia WÖCKEL: Vom Informationsversorger zum Forschungsdienstleister – Änderung der Wahrnehmung bibliothekarischer Arbeit durch Open Access an der Bibliothek Medizin/Naturwissenschaften der Universität Leipzig

Zusammenfassung: In diesem Praxisbericht werden aus der Perspektive der Bibliothek Medizin/Naturwissenschaften der Universität Leipzig die Relevanz der verschiedenen Angebote und Dienstleistungen der Universitätsbibliothek zum Thema Open-Access-Publizieren sowie aktuelle und zukünftige Berührungspunkte und Herausforderungen im Zusammenhang mit der Open-Access-Transformation reflektiert. Speziell durch die Publikationsdienstleistungen um den Open-Access-Publikationsfonds konnte sich die Bibliothek in der Wahrnehmung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler als Dienstleister für die Forschung etablieren. Ebenso wird neben den klassischen Themen der Informationskompetenz die Vermittlung von Kenntnissen zum Publikationswesen und zum Publikationsmarkt zunehmend relevant.

Schlüsselwörter: Universität Leipzig, Bibliothek Medizin/Naturwissenschaften, Open-Access-Transformation, DEAL, Open-Access-Publikationsfonds, Schulungsangebote, Publikationsservice, PubMed, Informationskompetenz, Erfahrungsbericht

Open Access an der Medizinischen Hochschule Hannover: Erfahrungen aus der Perspektive der Bibliothek (GMS MBI 2019/1-2)

Annette SPREMBERG, Markus SCHMIEL und Kristina HARTMANN: Open Access an der Medizinischen Hochschule Hannover: Erfahrungen aus der Perspektive der Bibliothek

Zusammenfassung: Die Bibliothek der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) erfasst die Publikationsdaten der MHH und nutzt diese für eine Analyse des kontinuierlich gestiegenen Open-Access-Anteils am Publikationsaufkommen der MHH. Die in den Prozessen Hochschulbibliografie, Berechnung leistungsorientierter Mittel und Publikationskostenabrechnung gesammelten Daten können für ein umfassendes Monitoring genutzt werden. Der Praxisbericht zeigt zudem die hochschulpolitischen Rahmenbedingungen sowie die Erfahrungen mit dem Publikationsberatungsservice, der Verwaltung des Open-Access-Publikationsfonds und dem institutionellen Publikationsserver RepoMed auf.

Schlüsselwörter: Medizinische Hochschule Hannover, Bibliothek, Open Access, Publikationsberatung, Publikationsfonds, Publikationsserver, Monitoring, Praxisbericht

Open Access an der Medizinischen Universität Graz – Therapieentscheidungen im Spannungsfeld zwischen Forschung und klinischem Alltag (GMS MBI 2019/1-2)

Georg STEINRISSER-ALEX und Kerstin GROSSMAIER-STIEG: Open Access an der Medizinischen Universität Graz – Therapieentscheidungen im Spannungsfeld zwischen Forschung und klinischem Alltag

Zusammenfassung: Open Access an einer Medizinischen Universität passiert oftmals einfach. Dennoch lassen sich mit gezielten Maßnahmen und institutioneller Unterstützung Erfolge erzielen. Viele AutorInnen sind aber oftmals zwischen Forschung, Lehre und klinischem Alltag kaum in der Lage, die zusätzlichen Variationen und Förderbedingungen von Open Access zu durchschauen und für sich zu nutzen. So müssen diese sich auf Strukturen verlassen können, welche ihnen die Institutionen bereitstellen. Diese Strukturen müssen daher professionell und effizient die Möglichkeiten die Open Access bietet erfassen und versuchen diese in die tägliche Struktur der AutorInnen einzubauen. Gelingt dies in ausreichenden Maßen wie bei Transformationsabkommen, Plan S und Publikationsfonds, dann erhöht sich die Rate der Open-Access-Publikationen, ohne diese einer spezifischen Maßnahme zuordnen zu können, sie passieren dann augenscheinlich einfach.

Schlüsselwörter: Medizinische Universität Graz, Open Access, Transformationsabkommen, Publikationsfonds, Plan S, Repositorium, Erfahrungsbericht